Hier ist die Sammlung der Tourenberichte vor dem Start des "Tourenblogs" (30.11.2008). Viel Spaß beim lesen!

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Lafatscher und Bachofenspitze (15.11.2008)

Vorwort: den Bericht hab ich aus dem WZ-forum kopiert, deswegen sind ein paar Sachen für einheimische Insider vielleicht ein bissl sehr genau beschrieben...

Bei dem Traumwetter lag es auf der Hand, vorm Wildthingtörggelen eine gscheide Runde im Halltal zu gehen - die beiden Lafatscher und die vordere Bachofenspitze standen im Programm. Die Bergtour gestaltete sich dann zu einer Reise durch 3 Jahreszeiten innerhalb von 3 Stunden und 2000 Höhenmetern: Herbst, Winter und Sommer – und zwar in genau dieser Reihenfolge.
Zwecks Bier beim Törggelen ging ich zu Fuß von daheim weg, um 6:30 verließ ich das Haus – es war noch dunkel und bei +3°C unter der dicken Hochnebeldecke richtig herbstlich. Im Halltal wurde es dann zunehmend winterlich, auf 1100m die ersten Schneeflecken, auf 1200m dann einige Zentimeter federleichter Pulverschnee bei knapp unter 0°C - hier herrschte dann schon Winter. Auf etwa 1500m durchstieß ich die Hochnebeldecke im Isstal- die weiße Landschaft erstrahlte in den ersten Sonnenstrahlen des Tages. Allerdings gab es einen Schönheitsfehler am Winter: auf etwa 1800m lag eine messerscharfe Grenze zwischen weiß und grün: unten weiß, oben grüne Latschen und braune Wiesen, apere Felsen. Auf 1800m lag am Vortag die Obergrenze des Hochnebels, darüber leistete die Sonne ganze Arbeit und bräte gemeinsam mit den noch eher warmen Böden auf der Südseite die 20, 30cm Neuschnee von Mittwoch / Donnerstag weg, darunter im frostigen Nebel konnte sich der Schnee noch halten. Ein Bild, das man nicht alle Tage sieht, es ergaben sich fast surreale Eindrücke.
Mein Weg führte mich durchs Isstal hinauf in den Issanger, dann zum Lafatscher Joch, wo ich mir bei spätsommerlichen Bedingungen in wärmender Sonne eine kurze Trinkpause gönnte. Dann gleich flotten Schrittes die Südostflanke hinauf auf den Kleinen Lafatscher (2640m), wo ich genau 3 Stunden nach Aufbruch um 9:30 am Gipfel stand. Unterwegs traf ich noch einen einzelnen Steinbock. Eigentlich heißt es, im Halltal gibts keine Steinböcke, dieser Kollege wird wohl ein im Karwendel umherstreifender Junggeselle sein.

Winter:

Nach einer Pause mit Kasbrot und etwas Tee gings weiter Richtung Westen, zum Großen Lafatscher (2698m). Es war teils gar nicht ganz so einfach, die schneebedeckten Kletterstellen nordseitig des Grates zu überwinden, in der ersten Problemzone verließ mich nach ein paar Tritten nach unten auf glatten, schneebedeckten, nach Norden hängenden Felsplatten der Mut, das Herumgeeiere war mir eindeutig zu verwegen, diese Stelle musste ich südseitig in den brüchigen Bändern umgehen. Die zweite Problemzone war mir schon bekannt, im Sommer zwar nicht weltbewegend schwierig, aber eben auch kein Spaziergang. Ich versuchte, auch diese Stellen auf der Sonnenseite zu umgehen, scheiterte allerdings nach mehreren Versuchen an einem nur 2 oder 3m hohen, fast senkrechten Aufschwung, der auf die aperen Platten darüber führte. Es nutzte nix, ich zog mir die Steigeisen an, die ich in weiser Voraussicht eingepackt hatte, und stapfte im kniehohen Schnee in die Nordseite. Die Schlüsselstelle war dann auch mit Steigeisen nicht ganz trivial, ich musste die Felsen mit den Händen vom Schnee befreien um die spärlichen Griffe zu finden. Nach einigen Minuten stand ich dann gottseidank über der Schlüsselstelle, die letzten Höhenmeter zum Gipfel waren dann schnell und problemlos bewältigt. Um kurz vor 11:40 Uhr stand ich nach 1,5 Stunden vom Kleinen Lafatscher am Gipfel – Schnee kostet Zeit.

Nach Südwesten - der Nebel im Inntal reisst hier gerade von Westen her auf:

Hier dann ausgiebige Mittagspause, die kurze Überlegung, die Tour hier abzuschließen und abzusteigen fand keine Zustimmung, also trat ich um 12:30 den Weiterweg nach Westen über den teils sehr luftigen Grat zur Vorderen Bachofenspitze (2663m) an. Das erste Drittel ging gut, aber dann kam der wirklich schmale, luftige Teil, der im Sommer schon viel Vertrauen in die (wenig vorhandene) Festigkeit der Felsen und die eigene Trittsicherheit erfordert - ein Fehlgriff, Abrutschen oder das Ausbrechen eines Felsgriffes ist hier ein absolutes NoGo. Ich musste nicht lang überlegen und entschied mich gleich für das Umgehen südseitig, zwar ein brutaler Bruchhaufen, aber doch deutlich sicherer als der Grat. 150 Meter unterm Grat kam ich dann auf das einer Mondlandschaft ähnliche Schuttfeld, über dieses gings dann hinauf zum Gipfel, den ich gegen 13:30 erreichte - geschafft!

Die Vordere Bachofenspitze:

Nachdem Teekanne und Jausendose geleert waren und mein Magen schon nach einer anständigen Mahlzeit inklusive kühlem Bier beim Törggelen schrie, machte ich mich um 14:15 auf den Weg ins Tal. Dieser führte erst über das Schuttfeld, dann steile Schrofen hinunter ins Bachofenkar, von dort ein Stück den Wilde-Bande-Steig, dann wieder über steile Schrofen hinunter ins Stempelkar und ins Isstal. Beim Issjöchl gabs dann noch eine erfrischende Katzenwäsche beim Brunnen, kurz nach 16 Uhr erreichte ich dann das Knappenhäusl, wo wie üblich die Stammtischatmosphäre mit den üblichen Verdächtigen alten Bergfexen, mit denen man sich auch als junger Hupfer immer gut unterhalten kann, herrschte ;)

Das Törggelen mit den supercoolen Wildthings (von uns waren außer mir noch Flo, Benni und die zwei "Gastmädls" Theresa und Sabine dabei) war dann natürlich super, das ganze ließen wir dann nach einer 1-stündigen Reise ins Tal noch in der Stadt am Porgball (natürlich alle in der vollen Bergmontur) und dessen Afterhour im Malibu ausklingen. Um 5:30 dann nach einer nächtlichen Wanderung über die Milser Felder endlich daheim und ab ins Bett. Alles in allem ein perfekter Tag, der für mich genau 24 Stunden dauerte und neben 2400 Höhenmetern in 7 Stunden Nettogehzeit bei Traumwetter auch einen feucht-fröhlichen, geselligen Abend bescherte – was will man mehr?

Partytruppe

Dieses super Gruppenfoto vom Ball hat uns freundlicherweise Gerhard Flatscher von hall-tirol.at zur Verfügung gestellt - Danke Gerhard!


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Feuerstein 19.10.2008

Wohl letzte Hochtour zu Fuß für 2008 im hintersten Gschnitztal:

Die Alex - Combo startete aufgrund des äußerst genialen Wetters am Sonntag, 19.10. um 6 Uhr Früh daheim weg in Richtung Südwesten, um dann um Punkt 7:00 vom Gh.Feuerstein in Gschnitz noch im Dunkeln den Marsch zuerst auf die Bremer Hütte (2414m) in Angriff zu nehmen. Erst 4km oder 45min über eine erst asphaltierte (allerdings privat und Fahrverbot…) anschließend schotterige Straße an der Laponisalm vorbei, dann über einen Steig durch den Steilen Wald in Serpentinen immer höher bis zu einem kleinen Sumpftal. Von hier führte der Steig über mit Almrosen und Gräsern bewachsenen, gletschergeschliffenen Felsen hinauf in Richtung Bremer Hütte, wo wir um 9:25 ankamen – klassisch zweites Frühstück in den ersten, noch nicht wirklich wärmenden Sonnenstrahlen mit Blick auf unsere bevorstehenden Ziele: zuerst der Westliche Simmingferner (nordseitig, mit 35-40, vereinzelt vielleicht 45° zwar kein flacher Spatziergang, aber auch nicht wirklich steil), über den wir erst auf den Schneespitz (oder auch Schneepinggl) und dann auf dem Grat nach Westen übers Pflerscher Nieder- und Hochjoch auf den Östlichen Feuerstein steigen wollten – und dies auch unter gröberen Anstrengungen taten.

Nach etwa 20min Pause gings dann noch ein Stück den Steig entlang nach Westen Richtung Talschluss, bevor wir nach Süden ein paar Höhenmeter verlierend in Richtung Nordflanke querten. Dort im Schatten lagen einige cm 3 Tage alter Pulver, darunter älterer Harsch. Am unteren Ende des Simmingferners stiegen wir problemlos ohne Steigeisen hinauf, bis wir vor der ersten Spaltenzone dann anseilten und die Eisausrüstung anlegten. Die Spaltenzone war schnell umgangen, dann spurte ich gerade nach Süden hinauf, es wurde immer steiler – das Spuren im Bruchharsch war recht mühsam. Nach einer Weile übernahm Alex die Spurarbeit, zeitweise war der Gletscher gottseidank blank – hier war die Höhe einfach und effizient zu machen, das Eis bei leichten Minusgraden in perfektem Zustand. Als es Richtung Pflerscher Niederjoch wieder flacher wurde, wurde auch der Schnee mühsamer, kurz nach 12 Uhr standen wir dann doch am oberen Ende des Schneefeldes und stiegen die letzten 50hm in leichter Kletterei aufs Gipfelplateau der Schneespitze (3170m). Dort in herrlich warmem Sonnenschein bei nur wenig Wind Mittagspause mit wohlverdienter Jause. Dabei beschloss die Alexcombo, dieser Tour das Alexandrinische Gütesiegel zu verleihen – und das schon am ersten von 3 Gipfeln? – Respekt.

Gegen 13:30 machten wir uns wieder auf den Weg und stiegen ab zum Depot, wo wir unser Seil samt Eisausrüstung abgelegt hatten, dann weiter hinunter zum Pflerscher Niederjoch und anschließend sehr mühsam hinauf zum Pflerscher Hochjoch (3125m). Der pulvrige und darüber nicht tragfähige, harschige Schnee machte den Aufstieg zu einem Herumgeeiere, jeder Schritt sackte ein, um dann auf den glatten Felsplatten einfach abzugleiten. Ab dem Hochjoch wurde es dann eigentlich immer schlimmer, zeitweise hieß es 2min im Schnee wühlen um 1m weiter zu kommen – nunja, nach doch schon über 2000 Aufstiegshöhenmetern mit schwerem Rucksack nicht unbedingt Balsam für die Oberschenkel, aber was solls. Nach vielen rutschigen und ein paar kritischen Momenten standen wir dann kurz nach 15 Uhr endlich auf unserem brutalst mühsam hart erkämpften und höchsten Tagesziel – dem Östlichen Feuerstein (3268m). Kurzzeitig waren wir dann doch leicht am Sand, nach einem Riegel dann wieder halbwegs paletti. Traumhaftes Panorama bei traumhaftem Wetter, auf 3200m ließ sich’s bei nahezu Windstille im Schileiberl aushalten – in der Sonne versteht sich.

Etwas Sorgen bereiteten uns dann die Abstiegsmöglichkeiten mit Blick auf die Uhr, deren Zeiger (bzw. Digianzeige heutzutage) war doch schon recht weit fortgeschritten, Alex wollte abends noch mit seinen Eltern essen und anschließend nach München fahren – dichtes Programm. Der Normalweg aus dem Führer nach Norden schaute aus der Vogelperspektive eher sehr lang mit Umwegen aus, der Rückweg über unseren Grat nach Osten schaute nicht nur mühsam aus, sondern war es bekanntlich auch. Dann kam die zündende und wohl auch geniale Idee, einfach die steile, vergletscherte NO-flanke durch den kniehohen Pulverschnee hinunterzuschwimmen. Gesagt, getan, schneller hätten wir nicht vom Gipfel unten sein können, auch der Grüblferner war recht schnell überquert. Von diesem ging es dann über eine kleine Gratschneide weiter zum westlichsten Teil des Simmingferners, schaute ebenso herrlich steil und schneeig aus wie der erste Steilabstieg, allerdings hätte man dafür die einer anderen Sportart entlehnten Schienbeinschützer mithaben sollen: hier waren wir doch schon unter 3000m, irgendwann muss es hier auf den Schnee geregnet haben, der Pulverschnee war mit einem gerade nicht tragfähigem, aber bockharten Harschdeckel bedeckt, der beim Einbrechen und hinunterschreiten unsere Schienbeine etwas malträtierte. Aber was solls, echte Männer tragen Narben oder so ähnlich… Flott gings trotzdem – nur eine Stunde nach dem Aufbruch vom Gipfel standen wir schon fast unten im Hochtal unterhalb der Bremerhütte. Die Schatten waren jetzt schon ziemlich lang, es war schon 17 Uhr – aber wir mussten trotzdem hinunter, trotteten also zwischen Blockwerk auf sumpfigen Bergwiesen neben dem Gletscherbächlein talauswärts, um schließlich wieder den Steig von der Bremer Hütte zu erreichen. Für 300hm war noch einmal volle Konzentration gefragt – Schmelz- und Quellwasser vom sumpfigen Gelände verwandelte den Steig auf den Felsplatten zu einem wahrhaftigen Eislaufplatz, einige verwegenen Showeinlagen unsererseits waren garantiert – gottseidank ohne schmerzhafte Erfahrung. Nach anschließender Durchquerung der Sumpfwiese und 400hm Hinunterholpern über den Steig erreichten wir die Schotterstraße – endlich. Etwa bei der Hälfte nahm uns dann ein Einheimischer Wandersmann in seinem Auto mit hinaus nach Gschnitz – er hat sich getraut, ins Fahrverbot zu fahren ;)

Um 18:45 erreichten wir dann unser Mobil, nach 11h45min Tourdauer und 8h40min reiner Nettogehzeit für knapp 2300 Höhenmeter. Alles in allem eine gewaltige Hochtour, von Gletschereis über winterliches und sommerliches Felsklettern war alles dabei, das in völliger Einsamkeit bei sagenhaftem Traumwetter. Ein würdiger Abschluss für die Hochtourensaison zu Fuß – jetzt sind wir voll motiviert für schneidige Schitouren – von diversen „normalen“ Bergtouren auf den Hausbergen natürlich abgesehen.

Mehr Fotos gibt es HIER

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Bachofenkar (24.07.2008)

Teilnehmer: Alex Radlherr, Alex Hofer

Am 24.07.2008 unternahmen wir beiden “Alex” in Erwartung etwas freundlicheren Wetters eine schneidige Bergtour im Halltal. Wir radelten jeweils von daheim aus weg hinauf ins Halltal, um 8 uhr starteten wir dann beim Ende der Asphaltstraße zu Fuß weiter, es ging an hinauf zum Issjöchl, Richtung Lafatscherjoch, den Wilde Bande Steig bis zum Bachofenkar und von dort aus dann rechts vom Kar hinauf zur Vorderen Bachofenspitze.

Das Wetter war wider Erwarten sehr trüb, ab 2300m etwa stocherten wir in dichtem Nebel herum, mit zunehmender Höhe wurde der (erwartete) Schnee immer mehr, in der Höhe der Grate lagen dann wohl an die 20cm. Nach kurzer Rast am Gipfel wurde es vor allem mir in der kurzen Hose saukalt, das größte Problem waren aber die vergessenen Handschuhe, die Gratkletterei am nassen, teils beschneiten Fels war mit den “Eishänden” nicht ganz ohne.

Beim Anstieg auf die Hintere Bachofenspitze tauten wir dann wieder auf, von da an hielt sich das Kälteempfinden dann in Grenzen. Den Haller Rosskopf erkletterten wir ohne Umgehung der Scharte westlich des Gipfels - schöne, meist kompakte aber ziemlich luftige Gratkletterei.

Das letzte Stück des Grates zur Stempeljochspitze verlief dann ohne Schwierigkeiten, auch der Abstieg übers Stempeljoch und vorbei am beeindruckenden Lawinenkegel im Issanger bis auf einen kleinen Ausrutscher meinerseits am Altschnee in der Stempelreise war problemlos. Nach 6,5h reiner Gehzeit erreichten wir wieder unsere Radln und rollten gemütlich nach Hause.

Wieder einmal schöne Tour im sch*** Wetter, auch die Gratkletterei im Neuschnee für Juli nicht gerade typisch…

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Versuch Überschreitung Gleierschkette (31.07.2008)

Verfasst von: Alex Radlherr

Alex Hofer und Alex Radlherr versuchten vergangene Woche (Donnerstag 31. Juli und Freitag 1. August) die Überschreitung der Gleirschkette im Karwendel. Ausgangspunkt war Scharnitz Bahnhof. Leider war es ein schwerer Mißerfolg, aber auch damit muss man leben können... ;-)

AlexR hat die 2 Tage recht spaßig zusammengefasst:

"   plan: zugfahrt nach scharnitz, aufstieg auf katzenkopf weiter über den laut FÜÜÜHRERRRwalter klier supertollen barthgrat ( IIIer kletterei) zur mittleren jägerkarspitze, weiter zur nördlichen selbigen (IIIer), weiter zur jägerkarlspitze (IIIer), biwak, weiter zu den praxmarerkarspitzen (IIIer) und dann wenn möglich noch kaskarspitze (III+ ), sonntagskarspitz (IIIer), bachofenspitz (IIIer), abstieg ins halltal.

ausführung: zugfahrt nach scharnitz (7:30 abmarsch bahnhof), ins gleirschtal richtung möslalm und dann nach klassischer mühsamer drecksschuttpartie und einem klassischen vergeher (gut 100hm schotterreise im auf und abstieg verkackt) erst um 13:30am katzenkopf.
anschließend derbe angeschlagenheit und 1,5h pause, dann dem FÜÜÜÜHRER klier so gut als möglich folgend über den barthgrat. nach über 1h schuttkletterei, teilweise nicht ganz trivial, stehn wir auf einer kleinen, steilen scharte vor der im FÜÜÜHRER beschriebenen gelben wand, ca 8 oder 10m hoch, senkrecht, brüchig und frei von griffen größer als ein paar finger breit. unter der wand gehts ~200hm senkrecht, teils überhängend, in die unendliche tiefe, die irgendwo auf felsvorsprüngen und schlussendlich schotter endet. man steht eine zeit lang da, rätselt herum, sucht halbherzig nach einem weg zur umgehung, steigt wieder auf die scharte, steht blöd vor der gelben wand und kommt zu dem schluss, dass das unmöglich der IIIer laut FÜÜÜÜHRER ist, sondern eher IVer und mit schwerem rucksack ganz ohne sicherung und ohne wissen, wies dahinter weitergeht (weil abstieg über die gelbe wand unmöglich) für uns nicht gangbar ist. entweder umgehen oder umdrehen. es wird etwas unterhalb südöstlich die einzige möglichkeit zur umgehung gefunden, alexR hat schon gleich zweifel, probierts aber, scheisst 5mins vor einem kleinen aufschwung des risses mit winzigen, brüchigen griffen herum und gibt dann auf. alexH ist zuversichtlicher, kommt einen schritt weiter als alexR, scheisst aber dann ebensolang aus selbigen gründen herum und kommt auch auf keinen grünen zweig -> abbruch beschlossene sache.
man geht ein stück den grat zurück richtung katzenkopf und kommt in einer anderen tiefen scharte zu einer schneidigen schotterreise, die wunderschön in die grünen wiesenhänge 500hm unterhalb läuft. erst abstieg ausserhalb im brüchigen schutt und messerscharfem, karstigen kalk, dann runterlaufen in der reise, die dann plötzlich vor einem zig meter hohen, senkrechten felsabbruch endet. etwas fluchen, dann aufstieg die 200hm zurück bis zum grat, dann mühsam und schon schwerst angeschlagen zurück zum katzenkopf, den man gegen 19 uhr ziemlich zerstört erreicht ... immerhin rect gute biwakplätze.
der abend verläuft dann recht gemütlich, fett futtern, bissl soundkillaz sound vom alexH - handy anhören, lightshow vom wetterleuchten in den dolomiten - herrlich. dann gute nacht, zwei kurze regenschauer stören die nachtruhe nicht weiter.
um 5:45 klingelt der wecker, bis man sich nach frühstück in der saukälte zum gehen aufraffen kann wirds immerhin 7 uhr - aber früh genug für den plan, die kaskarspitze zu besteigen. für den etwas demotivierten 1100hm abstieg im großteils weglosen gelände, wobei das wegsuchen in den latschen einige sinnlose höhenmter inklusive zeitverlust beschert. gegen 10 uhr dann unten im samertal beim fahrweg, eine halbe stunde lang dann pause, weitergehstimmung sinkt spätestens mit dem anfangenden regen gegen null, kaskarspitze gestrichen - freuen auf den kaiserschmarrn in der pfeis.
pfeis wird gegen 11:30 erreicht, traumhaft göttlicher kaiserschmarrn mit supergeilem bier dann sehr genossen, dann erleichtert sich ein teil der zweimannexpedition noch ziemlich derb in der sanitäranlage, herrlich.
dann verdauuungsspaziergang aufs stempeljoch, abstieg richtung halltal, wobei man wieder einmal zu dem weisen schluss kommt, dass es im karwendel ziemlich viele beschissene wege gibt - wie auch der im stempelkar. grübelnde stimmung über die verbesserungsmöglichkeiten, um DEN eigentlich geplanten grat (der sich nach internetnachforschunge von alexH mindestens als IV- herausstellt) einmal gscheid zu überschreiten. und etwas erschütternde erkenntnis, dass 2 komplette tage mit biwak am berg verbracht werden, um exakt EINEN bedeutungslosen schweinsgipfel - äh sorry - katzenkopf, stolze 2530m hoch, zu besteigen. was läuft da falsch?
im halltal dann versuchter autostopp, scheitert aber an der ignoranz zweier xibergerinnen. warum sen die bei österreich dabei?? dann aufgrund mangelnder halltalerhatschmotivation anruf bei der rettenden heimat, deren oberhaupt die beiden angeschlagenen expeditionsmitglieder dann knapp überm bettelwurfeck einsammelt.

tja, genaugenommen ziemlich wenig vom plansoll erfüllt und wieder einmal (wie leider schon hin und wieder) viel zeit für geringe ausbeute. obwohl: müde haxen und einige 1000 verbrannte kalorien solltens wert sein...   "


One thought on “Tourenberichte aus anno Schnee …

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