Glaubt man dem Wetterbericht, so kommt morgen der erste Schnee – daher Carpe Diem. Mit schlechtem Gewissen lasse ich Frau und Kind zurück und starte mit dem Bus nach Stans. Von dort geht es zunächst gemütlich auf asphaltiertem Weg nach Durach. Dann hat der Spaß jedoch ein Ende, denn es folgt eine mühsame, steile und teilweise sehr grobschottrige Auffahrt bis zum Stanser Hochleger. Die ersten Kilometer sind geprägt von trüber Herbststimmung, doch die Hoffnung stirbt zuletzt – dieses Mal auf exakt 1688 Meter. Ich durchbreche die Hochnebeldecke und genieße die wärmenden Sonnenstrahlen unter blauen Himmel. Die Tour zählt aufgrund ihrer Beschaffenheit zu den einsameren Touren. Kurz überlege ich, ob ich eine Überschreitung mit Trailabfahrt zur Weißenbachalm Richtung Achensee wagen soll, doch das Gebiet ist mir völlig unbekannt und die Zeit forgeschritten. So steige ich die letzten Höhenmeter ohne Bike zwischen den Lawinenverbauungen hinauf zum imposanten Kreuz. Der Wind bläst kalt, dennoch verweile ich am Gipfel und genieße die märchenhafte Aussicht. Die Abfahrt rüttelt meine müden Glieder durch und gestaltet sich trotz Winterbekleidung frostig. Dennoch bin ich froh, den Tag genutzt zu haben.
Fazit: 1650 HM und 29,5 km, einsam, kalt, aber eine märchenhafte Aussicht.

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