Schon seit i in München studier, hab i ma amal vorgnommen, dass i mitm Bike vom Isarursprung entlang vom Flussverlauf bis in die große Stadt (=München) fahr. Nachdem am WE der alljährliche Halltalexpress/exzess stattfand, war natürlich alles klar. Das Ziel vom Express, die Herrenhäuser, sein ja nit grad weit weg von der Isarquelle…
Nach geschafftem Express beginnt pünktlich um Mittag der flüssige Teil des Rennens. In netter Gesellschaft und bei praller Sonne fließen die Hopfenpagos wie Wasser durch die trockene Kehle. Auch der ein oder andere Zillertaler Krapfn und Schopf findet seinen Weg durch die Speiseröhre, i will schließlich nit wegen Energiemangel morgen auf der Strecke bleibn.
Irgendwie schaff ich’s dann um fünf Uhr mich von der verwegenen Party (de sicher no lang gangen is oder?) wegzustehlen und trete mit am leichten Tulli (=Rausch auf Landeckerisch) in Richtung Lafatscher Joch. Klassischerweise is aber schon beim Issanger radfahrerisches Ende-Gelände und dann wird geschultert. Mit gleichmäßig wankendem Schritt erreiche in kurzer Zeit das Joch, wo bei vollem Winde noch ein “Alles-isch-okay-Anruf” nach Hause getätigt wird. Mittlerweile is der Tulli ah schon rausgschwitzt und i kann mi an die grobschottrige Abfahrt zum Hallerangerhaus machen. Bis auf wenige Stellen (Schnee bzw. zu grober Schotter) ist jedoch alles fahrbar.
Gottseidank kann ich das immer wieder atemberaubende Panorama des Hallerangerhauses bei sengender Abendsonne auf der Terrasse vor da Hüttn noch genießen. Inklusive natürlich das obligatorische Weizen + Erdäpfelgulasch + Apfelstrudel mit Sahne danach. In Gesellschaft von zwei Einheimischen und dem sehr netten Hüttenwirt Thomas mit Familie wird noch den restlichen Abend gequatscht!
Am nächsten Tag zeitiges Frühstück in da Hüttn und gleich danach Aufbruch zur Isar. Der Flussursprung ist definiert, als der Punkt vom Bach, der das ganze Jahr Wasser führt. Keine Ahnung wo des genau is, wurscht…
In Scharnitz trifft dann auch der FloEbi zu mir, super Sach, in Gesellschaft macht des gleich mehr Spass. Ziemlich zügig gehts von nun an der Isar entlang Richtung München. Wir schaffen es fast immer sehr nah am Fluss bzw. sogar im Fluss zu bleiben und manchmal schaut sogar ein spassiger Trail für uns heraus.
Alles lafft super, wir machen in Wolfratshausen noch a Päuschen zur Stärkung und treten die letzten 30km zu unserem Ziel mit vollem Elan (und Bauch) an. Ungefähr 10km vor München, wir fahren grad an ziemlich lässigen Cross-Country-Trail im dichten Laubwald, breitet sich jedoch Weltuntergangsstimmung aus. Innerhalb von 1 min sei ma platschnaß und hageln tuats a no, und des mitten in am dichten Laubwald… Die Fahrbahn wird a oanzige Dreckschleuder und uns gfrieren die Händ aufn Lenker. Bald erreichen wir jedoch den Stadtrand und bahnen uns den Weg durch die Vororte und -bezirke von München. Nicht nur einmal überholt uns a Feuerwehrauto, es Wasser steht teilweise 5-10cm hoch auf der Strasse. Irgendwann schaff ma’s dann doch no zu meiner Wohnung und die letzte Hürde, das Aufsperren der Tür mit extrem gfrorene Griffel, wird a no gnommen… Heizlüfter ein und brennend hoaß duschn is jetzt angesagt!
Fazit: super Aktion, schätzungsweise 100km vom Ursprung bis München, teilweise ziemlich lässige Trails, immer tolle Landschaft, meistens sehr leichte Orientierung, Übernachtung/Essen auf dem HALLERANGERHAUS EMPFEHLENSWERT!
