So ist der Leitsatz dieses Bewerbes. Ziel ist es, mit dem Start in Grainbach (DE) am Fuße des Hochries so weit wie möglich zu fliegen oder zu gehen. Jeder Teilnehmer/in setzt damit seinen persönlichen Wendepunkt am Limit. 33h hat man für dieses spezielle Abenteuer Zeit. Genau richtig viel, um sich komplett zu verausgaben oder taktisch einiges an Energie zu sparen und trotzdem Weg zu machen. Am 02.07 war es dann auch für mich (Flo) soweit. Meine fliegerischen Fähigkeiten waren sicherlich mit Abstand die schlechtesten, speziell im Bezug auf Streckenflug. Kleine Hoffnungen machte ich mir in der Tatsache, dass ich durch unser Karwendel sicherlich nicht Startplatz verwöhnt bin und doch aus schwierigem Gelände rauskomm, und weiters lange gehen kann. Am Start um 0800 musste ich feststellen, dass das sonst so gemütliche Volk von Paragleitern hier nicht anzutreffen war. Das Tempo war, man hatte ja 33h Zeit, von Anfang an gar nicht so langsam. Die Ausrüstung der Mitstreiter doch bei den meisten deutlich schwerer als meine. Mein Plan bestand darin, auf den Hochries zu steigen, dort südlich wieder ab und auf den Zinnenberg. Diese Strecke hab ich mir am Montag zusammen mit dem FloK angeschaut. Der mäßig bis starke NO Wind war am Kamm zu spüren und das Wetter wechselte schneller, als man die GoreTex Jacke an und ausziehen konnte. Bis zum Kamm war ich nocht mit anderen in einer Gruppe, doch der erneute Abstieg machte aus mir einen Einzelkämpfer. (Spätestens jetzt hätt ich es kapieren sollen!!). Um ca 0930 erster Start eines Teilnehmers, dieser verschwand kurze Zeit später im Nebel, landete südlich auf einer Alm, startete erneute und flog richtung Kampenwand. Etwas demotiviert marschierte ich weiter weg- und planlos zu meinem Startplatz. Es regnete teilweise stark und oben angekommen, die Ernüchterung - Rückenwind. Das Gute daran, ich wusste es ja schon davor :). So ein bisschen Rückenwind kann mich nicht aufhalten, dachte ich, und hatte dann doch einige Probleme meinen Schirm auszulegen. Der Start war dann richtig übel. Obwohl das Gelände sehr steil war, kam ich nicht sofort in die Luft, nur der Baum vor mir näher. Zum Glück startete dann mein NOVA Schirm und gleich darauf musste ich schon ausweichen. Endlich - airborne! Der Flug, was soll man sagen, es regnete wie aus Kübeln, nur die Landung war gemütlich. Mein weiteres Ziel - Kössen, sollte eigentlich nach einem weiteren kurzen Aufstieg fliegerisch zu erreichen sein. Als ich bei starkem Regen und Wind auf dem geplanten zweiten Startplatz stand, konnte ich schon den langen Abstieg zu Fuß nach Kössen in den Wadln spüren. Angekommen in Kössen, nass und ausgekühlt, zwei mal verlaufen, nach 13h Non-Stop zu Fuß traf ich meinen Supporter (Klaus - Papa) der mich aus meinen Bergschuhen befreite. Endlich rein in die Laufschuhe. Um 0300 rauf auf den Oberberg bei Kössen. Bei ca der Hälfte, umkehren wegen starkem Nebel. Mein Wendepunkt war am 03.07 um 05:45 gesetzt. Ab nun heissts schnell schnell zurück nach Grainbach. Da dieser Wettbewerb aus fliegen(!) und gehen besteht und mit Regeln festgelegt ist, dass die Flugstrecke min 20% betragen muss, sollte bald ein zweiter Flug her. Das Ziel, die Kampenwand. 6h später, auf der Kampenwand - Starkwind aus W, kein Start möglich. Von oben hat man einen super Blick auf die ganze Region, es war kein anderer Schirm in der Luft. Die restlichen km zuerst runter und dann zurück nach Grainbach waren etwas hart, jedoch auch mit Stolz die Strecke geschafft zu haben. Mein Papa hat mich super unterstützt, die Ausrüstung muss jedoch immer persönlich vom Teilnehmer getragen werden. Im Ziel, um 16:25 (1700 Zielschluss) waren auch die weiteren Teilnehmer, viele humpelten, wirkten jedoch alle glücklich. Keinem ist was passiert! Durch meinen geringen Fluganteil wurde meine Strecke auf 15,9km verkürzt, obwohl meine reine Gehstrecke schon 86,5km betrug, und einiges an Wald und Stauden beinhaltete. Moral: wenn alle erfahrenen Teilnehmer in den Osten fliegen, versuchs nicht mit dem Süden. Nächstes Jahr, neuer Versuch!!

7 thoughts on “Crossalps – Wendepunkt am Limit

  1. haha, des klingt nach einer tollen (lehrreichen) erfahrung, gratulation zu deiner leistung und zum durchhaltevermögen im regen! (scheinbar macht dir der regen mittlerweile nix mehr aus – nach unsrer biketour!)

  2. gratuliere, dass du überlebt und das ziel erreicht hast. war sicher a zache sach.

  3. ahh flo. im süden wars sicher viel wärmer ;) echt a tolle aktion, klingt spannend dieser bewerb! gratuliere! hast die „gehwertung“ aber schu gewonnen oder??

  4. Flo Du bisch oanfoch a zacher Hund!!-Gratuliere.
    Nimm was positives mit im Bezug Motivation ect…
    Bei Wettkämpfe das beste geben ok,aber pass auf dass es Dir nit amol den Motor zerreißt,Du woasch schu was i moan!!
    Mir san koane Maschinen.

    lg.
    Rudl
     

    1. servus rudl!
      ja danke fürn eintrag, im moment ists bei mir wettkampftechnisch wegen meim knie sowieso ruhig…und fliegen taugt ma im moment brutal :) versteh jedoch gut was meinst!
      bis bald, vielleicht amal am berg!! :) lg flo

  5. super flo … training fürs x-alps in 2 wochen? ;)
    solche sachen gefallen mir schon speziell gut!

    1.  ja…des x-alps! vielleicht geh i zuschauen (mit“fliegn“) wenns in südtirol sein. ist ah verdammt hartes rennen mit die megapiloten.
      vielleicht…irgendwann amal :) *träum“ :)

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