Wer kennt ihn nicht, den formschönen Koloß am Ende des Lisenstal. In Hundertschaften wird er ab dem Hochwinter von Skitourengehern gestürmt. Naja, is halt a schianer Berg... Ich selbst war noch gar nie mit den Ski droben, es waren mir jedesmal wo i ihn gehen wollt, zu viele Leut oben und i hab kurzfristig umdisponiert. Egal, vor einigen Jahren bin ich im allwissenden Lexikon auf folgenden Bericht (->BERICHT) gestoßen und seitdem wollte ich die Tour machen. Vor kurzem kristallisierte sich dann heraus, dass die Alex-Kombo wieder ausrücken würde, außerdem im Boot die Tizi und Michael "dicker Waldaufseher aus Leiblfing" Lindenthaler. Tour: Mit dem Automobil bis zum Gasthaus Lüsens, von dort mit dem Geländeveloziped bis zum Fernerboden und über gemütlichen Steig weiter bis kurz vor die Längentaler Alm, wo man dann scharf links abbiegt und über Almwiesen Richtung Süden aufsteigt. An dieser Stelle ist meine Empfehlung, eher weiter links (östlich) die erste Steilstufe zu erklimmen, da der gerade Weg, so wie wir ihn genommen haben, ziemlich ein Sch**ß ist (steile schmierige Wiesen, die von brüchigen, rutschigen Felsstufen durchsetzt sind). Wer die Steilstufe erreicht hat, darf sich auf einfache Wegfindung, schöne Gratkletterei (meist I-II) und bombastischen Fels freuen. Man kann sich jetzt wirklich nicht mehr verirren (es stehen sogar vereinzelt Stoanmanndln), das einzige was etwas komisch ist, ist irgendwo ein weißer Pfeil, der einen nach links zu einer Bandschlinge weist. Diesen einfach ignorieren, stattdessen nach rechts auf ein Scharterl am Grat und von dort einen Absatz in schöner Kletterei erklimmen. Der Rest ergibt sich von selbst. Der Abstieg sollte dem ein oder anderen von der Skitour bekannt sein. Wir wollten's wieder mal wissen und sein die südlichere von den zwei Rinnen vom Rotgratferner runter (also quasi den Hatsch übern Lisenser Ferner gespart). Die Rinne und die anschließenden 2-3 Bachüberquerungen stellten uns vor keine gröberen Probleme, jedoch kamen wir dann an einen Punkt wo der Gletscherschliff immer steiler Richtung Fernerboden hinuntersauste (die Haftreibung der Sohle nimmt ja bekanntlich mit zunehmender Steilheit und Wasserfilmdicke am Fels AB!!) und wir rechts (im Osten) von einem tiefen Bachgraben begrenzt wurden. Also wieder 200hm rauf, diesen Graben überqueren und letztendlich doch auf dem überaus botanischen Sommerweg absteigen (hat mi a bissl an'en Dschungel in Ecuador erinnert), den vermutlich 2-3 Leute pro Sommer gehen ;-) Insgesamt würd ich den Abstieg über den "markierten" Weg empfehlen (Gipfel-Rotgratferner-Lisenser Ferner-Sommerweg), wir waren zwar sicher nicht langsamer über unsere Route, aber wieso kompliziert wenn's oanfach a geht? Am Ende wartet natürlich ein Getränk, das sich Cola-Weizen nennt (ideale Kombi aus Geschmack, Koffein und Zucker), auf der Sonnenterrasse des Alpengasthof Lüsens auf uns. Fazit: super Tour, Landschaft traumhaft, keine Leute (2 Sommerbesteigungen dieses Jahr), mit Radl bis zum Fernerboden fahren (flach), erste Steilstufe links erklimmen, Abstieg über "markierte" Route, 1600hm (ca. 1200hm Gratgelände)

3 thoughts on “Lisenser Fernerkogel Nordgrat

    1. ja stimmt, am rotgratferner wär sogar a super startplatz: mittelsteil abfallender, ganzjährig schneebedeckter startplatz, danach steiler abfallender gletscherschliff, müsst ma nur no die hauptwindrichtung wissen… jaja, oft war a paragleiter scho super!

  1. Servus, eine Frage zum Abstieg: Geht das ohne Gletscherkontakt, also am Südrand des Gletscherbeckens des Rotgratferners entlang und dann weiter nach Osten querend zum Sommerweg? Grüße, Stefan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.