Nachdem die Johanna sich in Bälde in flachere, wärmere Gefilde begibt (Seychellen), haben wir spontan noch eine Bergaktion gestartet. Ob der schlechten Wettervorhersage für die kommenden Tage, machen wir uns am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein übers Isstal auf den Weg zum Lafatscherjoch, wo ich dann gleich eine Studienkollegin aus München zufällig treffe, sie ist auf dem Weitwanderweg von München nach Venedig… jaja die Welt ist halt doch klein!
Am Joch entscheiden wir uns für den kleinen Lafatscher. Wir steigen durch das schrofige Gelände bergan, bis Johanna kurz vor dem Gipfel erste Zweifel an der Haftreibung der schuttbedeckten Kalkplatten hegt. Also, hinhocken, jausnen, schaugn, genießen… Später mühen wir uns wieder über den besagten “Rollsplit” hinunter zum Joch und steigen – in schon düsterer Stimmung – zum Hallerangerhaus ab. Fünf Minuten nach Ankunft in selbigem regnet es als ob es schon seit Monaten nicht mehr geregnet hätte… Glück gehabt!
In der Hütte wie immer alles tiptop (außer einer Schnarchnase, doch wozu gibts Ohropax) und Kerstin und Thomas bewirten uns wieder vorbildlich.
Am nächsten Morgen schlafen wir wegen des prognostizierten und tatsächlich eingetroffenen Regens wieder mal etwas länger. Nach gemütlichen Frühstück schaffen wir es dann doch um 11 Uhr von der Hütte wegzukommen und machen uns auf den Weg zur Bettelwurfhütte, auf die übrigens mittlerweile ein Klettersteig führt (schon eröffnet).
Mittlerweile haben wir frühen Nachmittag und es hat aufgerissen. Kurzerhand entscheiden wir uns, über den Klettersteig vom kleinen auf den großen Bettelwurf zu steigen. Eine super Entscheidung, das Wetter nicht zu heiß, die Fernsicht gut und kein Mensch am Weg. Mit ein paar kleineren Hürden steigen wir auf den Gipfel und genießen die Stille und Abgeschiedenheit.
Am Abstieg begegnen wir noch ein paar Gämsen, heute unsere einzigen Begleiter, und sobald beeilen wir uns um es noch rechtzeitig zum Abendessen zu schaffen. Als wir bei der Hütte angekommen sind, sehen wir ein paar vertraute Gesichter von unserer Bergrettungs-Ortsstelle, wir erfahren dass die Karwendler heute einen Hüttenabend auf der Bettelwurfhütte haben. Dass der Abend bei Speis und Trank noch längern dauern wird, brauch ich nicht zu erwähnen. Wir wissen bald alles über den Glungezer-Maskenlauf und diverse Polterabende von älteren Bergrettungskollegen… ;-)
Am nächsten Morgen wieder gemütliches Frühstücken und nur noch absteigen.
Fazit: 2 1/2 gelungene Tage mit bester Wetterausnutzung, beide Hütten sehr empfehlenswert, ca. 1000hm pro Tag, “Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute liegt so nah?”
Leider ist die Wettervorhersage fürs WE eher schlecht: Samstag wechselhaft, Sonntag Regen.
Also muss am Samstag eine (tal)nahe Kletterei herhalten: “Maxl’s Gamsrevier” (Topo HIER) is an solchen Tagen eine gute Wahl.
Fazit: Trockener Fels, schnelle Erreichbarkeit und moderate Schwierigkeiten, 5 SL, nach oben können noch Touren drangehängt werden (“Maxl’s Krone”, “Ostriss”, usw.)
