Momentan: konstante Hochdruckwetterlage in Tirol, ergo: lange Touren gut möglich. Nachdem die hohen sommerlichen Temperaturen beim Klettern aber eher weniger hilfreich sind, wurde eine Hochgebirgsaktion auf der Nordseite angestrebt. Lustigerweise hatten Rainer (Prinz) und ich unabhängig voneinander die gleiche Idee: den Grundschartner über seine Nordkante (V+) zu besteigen. Ein langer Anmarsch von 3h wärmte unsere noch verschlafenen Muskeln und Knochen auf (man könnte auch auf der am Weg liegenden Bodenalm übernachten, man spart sich dadurch ca. 1h Zustieg). Schon im Zustieg bemerken wir, dass wir heute nicht allein sein werden. Eine Seilschaft wird im Zustieg überholt, eine andere auf der Tour, eine bleibt konstant vor uns. Trotzdem alles kein Problem, wir arrangieren uns bzw. gibt es oft mehrere gute Möglichkeiten zum Stand machen. Die ersten zwei SL verlaufen am "flachen" Grat und sind von der Seilführung her recht mühsam, man könnte sie am 15-20m langen Seil hintereinander gehen, da man immer die Gratseite wechselt besteht keine Absturzgefahr und man spart sich Nerven (und das Seil freut sich auch). Die Kante selbst ist sehr schön zu klettern, die Felsqualität ist durchgehend sehr gut. Zwischendurch kann man immer wieder am kurzen Seil gehen um Zeit zu sparen (!!). Die Schlüsselstellen (allesamt V+) verdienen durchaus ihre Bewertung, die erste V+ kann technisch geklettert werden. Nach oben hin steilt der Grat nochmal auf und es folgen einige sehr tolle SL im 5ten Grad. (Kletterzeit: 6h, weil wir einige Male lang warten mussten, 5h auch realistisch) Absicherung: es stecken sehr viele (größtenteils sehr zuverlässig anmutende) Normalhaken, man sollte sich einige lange Schlingen, Friends 1-3 und ein Klemmkeilsortiment mitnehmen. Als Seil reicht ein 60m Einfachseil. Abstieg: wir sind über den Abseiler runter, macht aber keinen Sinn (Aufwand, Zeit). Besser ist es, dem klassischen Abstieg zuerst über den Südgrat zu folgen. Danach quert man durch wackeliges Geröll in eine gr0ße Rinne, die von Gletscherschliffplatten durchzogen wird. Auf diesen Platten hinunter (sehr kommod), über einen Boden drüber, dahinter runter und bald (ca. auf 2300-2400m) in Abstiegsrichtung ganz nach rechts queren (nicht zu weit unten sonst wird eine Bachüberquerung schwierig). Nach der Bachüberquerung sollte man aufmerksam bleiben und einfach den Steinmännern folgen um in den Jagdsteig einzumünden. (Abstieg bis Kainzenalm 2h, Kainzenalm-GH in der Au 30min) TIPP: in der Früh Auto in die Au stellen und mit dem Fahrrad nach Häusling raus (4,5 km, leicht abwärts) Topo HIER, Beschreibung HIER Fazit: traumhafte lange Tour (1400hm Zustieg, 600hm Klettern, 1800hm Abstieg), sehr guter Fels, tolle Linie, V. Grad muss sicher geklettert werden

3 thoughts on “Grundschartner Nordkante

  1. wow des ist amal a super tour. ganz schön a lange aktion bei der hitze…da isses sicher fein etwas höher oben zu sein :)

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