So schlecht der Sommer war, umso besser war der Herbst! Big Five, Saalbach-Hinterglemm Leogang, 11.10.2014 Als Big Five werden die 5 Berge bezeichnet, auf den sich das Bikepark-Spektakel in Saalbach-Hinterglemm und Leogang abspielt. Nachdem die Bikestrecken wirklich toll angelegt sind (teilweise auch naturbelassene Trails) wollte ich sie einmal für mich alleine haben (unter der Saison sind sie teilweise stark frequentiert) und beschloss im Herbst nach Saisonschluss die komplette Runde aus eigener Kraft zu machen. Der erste Anstieg führte mich über die Limberg Alm auf den Schattberg Westgipfel (1. von den 5 Bergen). Dort ging's sogleich über den berühmten Hackelberger Trail zur gleichnamigen Alm und über endlose Steilkurven und Sprünge runter nach Hinterglemm. Gleich wieder rauf auf die Zwölferkogel Mittelstation (2. von 5), wo die Z-Line, eine Ansammlung von Anliegern, Sprüngen und Holzleitern sich einem in den Weg stellt. Nach kurzem Wasser-Stop in Hinterglemm gehts am Südhang hinauf Richtung Reiterkogel (3. von 5). Bei der Wieseralm start die sogenannte Pro-Line, eine durchaus ernst zunehmende teils technische, teils flowige Abfahrt gespickt mit einigen künstlichen Hindernissen (Wall-Rides usw). Nach der Pro-Line gibt's für mich dann eine 1-stündige Einkehr im Hause Pernthaner inklusive Kohlehydrat-Nachschub und Verdauungsschläfchen. Weiter geht's gleich hinterm Haus über schöne Forststraßen und Trails auf den Kohlmaiskopf (4. von 5 Bergen). Vom Kohlmais geht's jetzt aber nicht gleich wieder abwärts, denn jetzt kommt die Traverse nach Leogang. Als erstes bietet sich am Grat zur Schönleitenhütte der auf und ab-führende Wurzeltrail an, der seinem Namen alle Ehre macht, aber trotzdem spaßig ist. Weiter gehts über einen Wanderweg zur Asitz-Bergstation. Ab hier beginnt der Bikepark Leogang. In unendlicher Variationsmöglichkeit kann hier zwischen 4-5 Strecken hinunter nach Leogang ausgewählt werden - leider hatte der Bikepark noch Liftbetrieb, weshalb hier einige Leute anzutreffen waren. Egal. Von Leogang geht's nun als finalen Anstieg über die Stöcklalm auf den Asitzkopf (5. von 5 Bergen). Auf selbigem dachte ich mir dann einen Apfelstrudel + Bier verdient zu haben und kam diesem Verlangen in der "Alten Schmiede" nach. Nach der Stärkung ging's wieder über die Schönleitenhütte und den Wurzeltrail zurück zum Kohlmaiskopf und von diesem über den Panorama-Trail auf die Panorama-Alm. Der Trails noch nicht genug gibt's ab der Panorama-Alm noch die Milka-Line, die einen mit Highspeed ins Dorfzentrum von Saalbach katapultiert (im wahrsten Sinne, Sprünge gibt's hier einige). Überglücklich erreiche ich nach insgesamt 9h wieder meinen Ausgangspunkt. Super Runde, nur im Herbst nach Saisonschluss zu empfehlen, sonst zu viel Betrieb, spaßige Bikepark-Strecken und Natur-Trails, schöne, teilweise einsame Anstiege;  "Concerto", Sonnjoch Ostwand, Pertisau, 19.10.2014 Nachdem ich vor 3 Jahren schon die Nachbarroute "Faszinosum Karwendulum" gemacht hatte, wusste ich über die Schönheit der Routen in dieser Wand Bescheid. Nachdem die Schlüssellänge in Concerto aber mit 7+ bewertet ist, brauchte ich noch den richtigen Partner dazu. Mit Arbeitskollegen Matthias Zippel startete ich das Unternehmen: Leider war die Tour trotz mehr als 1 Woche Trockenheit noch nass. Dadurch wurde die Schlüssellänge nicht unbedingt leichter. Unterschiedliche Quellen sagten mir im Vorfeld bereits, dass in der Schlüssellänge Bohrhaken entfernt und unbrauchbar gemacht wurden. Tatsächlich wurden 2 Bohrhakenlaschen entfernt und die Expressanker umgeschlagen. Trotzdem wird die Route dadurch nicht ernsthafter, da in der Schlüsselstelle und darüber der Hakenabstand von vormals 1 Meter auf nun 2 Meter angestiegen ist. Die letzte SL im Grad 5- ist übrigens etwas schwer zu finden - hier ist das Topo von bergsteigen.com deutlich aufschlussreicher als das vom Panico-Führer. Schöne Route, lange nass, 7. Grad muss geklettert werden, da Schlüsselstelle nur mehr schwer A0 gemacht werden kann, Topo auf bergsteigen.com Königspitze-Nordwand, Sulden, 02.11.2014 Kurzfristig beschlossen Matthias Zippel und ich die Route in Angriff zu nehmen, da die Bedingungen scheinbar gut sein sollten. Am Nachmittag fuhren wir nach Sulden und stiegen abends auf die Schaubachhütte auf (die meisten gehen auf die Hintergrathütte - hier sahen wir den Nachteil dass wir nach der Tour wieder dorthin aufsteigen müssten um unsere Schlafsäcke zu holen). Diese hatte keinen Winterraum weshalb wir uns kurzerhand ins Hotel "Doppelmair" einmieteten (zwischen Sessellift-Antrieb und Treibscheiben schläft es sich gut - wie schön das heutige Liftanstation eine komplette Plexiglas-Verkleidung haben). Nachdem der Wecker nicht abging starteten wir mir fast 1-stündiger Verspätung um 6.20. Im Felszustieg verkofferten wir uns dann auch noch recht derb und standen erst um ca 10 Uhr oberhalb der Seracs des Königswand-Ferners. Nachdem der direkte Einstieg in die Route über die Randspalte durch verwegene Steilheit (ein Eisstück muss hier abgebrochen sein) vereitelt wurde, mussten wir die Spalte komplett umgehen (wie auch die anderen 4 Seilschaften an diesem Tag). Nach einem weiteren Verkofferer meinerseits beim Einstieg büßten wir eine weitere Stunde ein und konnten erst um 12.05 Uhr in die tatsächliche Route einsteigen - reichlich spät. Die Nicht-Gangbarkeit des vorher erwähnten Direkt-Einstiegs über die Randspalte bescherte uns eine verwegen beschissene Kletteraktion im gelb-roten Kalk begleitet von Nicht-Absicherbarkeit - Hurra! Weiter ging's dann recht zügig im steilen Schnee-Firn-Eis-Schotter-Gelände dem Gipfel entgegen. Wir sicherten die ersten ca. 200 hm bis zum großen oberen Firnfeld - wobei sichern hier stark übertrieben ist, da man fast keine Eisschrauben vernünftig reindrehen konnte wegen des dünnen Eises/Firns. Dieses Gelände sollte man sicher beherrschen - Stürzen absolut verboten! Das Gipfel-Firnfeld bewältigten wir dann ohne Sicherung jeder in seinem eigenen Tempo, welches nicht sehr hoch war ob der konstant verwegenen Steilheit und Länge (ca. 400-500 hm). Hier waren die Bedingungen aber gut, unten noch etwas harschig, weiter oben etwas mehr Schnee. Um 16.25 Uhr gabs dann das Gipfel-Berg-Heil und wir machten sofort an den Abstieg über die Ostrinne. Noch vor Einbruch der Dunkelheit ließen wir den Gletscher hinter uns, holten noch unsere Schlafsäcke und spazierten hinaus nach Sulden. Gewaltige Route, leider mehrmals verkoffert, Einstieg etwas beschissen, erste 200 hm schwer absicherbar (60-70° steiles felsdurchsetztes Firngelände sollte sicher beherrscht werden), Gipfelfirnfeld anstrengend (~400-500 hm und 50-55°)

2 thoughts on “Big Five, „Concerto“ und Königspitze Nord

  1. lässiger bericht!! total fein zum lesen :) und des titelbild könnt ein cover für einen sportartikelhersteller sein :)!

  2. Gewaltige Leistung!
    Da freu ich mich schon auf eine gemeinsame (leichtere) Nordwandtour im Frühjahr mit Ski.

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