Schon länger schwebt mir die Tour im Kopf herum, doch obwohl der unglaubliche Sommer viele super Bergtage bot, hatte ich kaum Zeit für anständige Touren :( Wenn man die Zeit nicht hat, muss man sie sich nehmen - und so pfiff ich auf den einen oder anderen Termin und wir starteten nach einem gemütlichen Abendessen am Dienstagabend (11.8.) ins Zillertal. Wir = Tizi, Andi K und ich. Zuerst die Radln zum Gasthof in der Au gestellt, dann wieder raus und herausen in Häusling nach einem Bier genächtigt. Beim Hellwerden um kurz nach 5 Uhr starteten wir los und kamen bald an der Bodenalm vorbei, der Grundschartner und seine markante Nordkante immer vor unseren Augen. Den blockigen und grasigen Zustieg brachten wir rasch hinter uns, sodass wir auf die vor uns gestartete Seilschaft beim Anseilen aufliefen, ihnen und den weiter vorne Kletternden mit einem zweiten Frühstück aber wieder etwas Puffer ließen. Zuerst übernahm Andi den Vorstieg, Tizi in der Mitte ... vieles gingen wir am laufenden Seil, die steileren Sachen dazwischen mit Standplatzsicherung. Bei der Schlüsselstelle (frei VI+ / VII- bzw V+ A0) mussten wir gefühlt sehr lange warten, weil einer der beiden Salzburger sich nicht recht drüber traute - der einzige Zeitpunkt, wo uns zwischenzeitlich ein bissl kalt wurde. Dann gings aber wieder zügig weiter, wobei nach einer Plattenschleicher-Länge ich die Führung übernahm und sowohl ein paar lässige IVer-Längen sowie die beiden V(+)er am Schluss vorsteigen durfte. Somit waren wir schon vor 13 Uhr, nach weniger als 5 Stunden am Grat, am Gipfel und genossen den Ausblick mit Brotzeit. Einzig die super Kletterlängen waren fast ein bissl zu schnell vorbei ... aber mei so isses halt ;) Nicht zu schnell vorbei war dann leider der Abstieg, der sich schon ziemlich brutal in die Länge zieht. Leichtes Abklettern, Abseilen (nicht zwingend, nur bei Verhauer ;) ), und dann eeeewiges hinunterstolpern über Blockwerk und später grasiges Gelände. Im Kainzenkar muss man wirklich ans äußerste rechte Ende queren, um den Felsabbruch umgehen zu können, als Hinweis zum Beginn des Steiges hängt derzeit eine orange Fahne ebendort. Der Steig geht auch noch eine Weile dahin, bevor wir nach ca 2,5 Stunden (gefühlt warens circa 10) auf der Kainzenalm mit einem Radler anstoßen konnten. Die letzte halbe Stunde zu den Radln in der Au ging auch noch vorbei, bevor dort die Speicher wieder aufgefüllt werden konnten. Die Abfahrt mit den Radln zum Auto war dann nur noch Formsache. Mehr als Formsache war allerdings ein veritabler Abstiegs-Muskelkater, der jeden von uns die folgenden Tage beschäftigte :) Abgesehen davon: superlässige Tour, Felsqualität kann wohl kaum besser sein :)

2 thoughts on “Grundschartner Nordkante

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